US- Strafzölle auf Stahl und Aluminium touchieren Dax und Bankaktien

US- Strafzölle auf Stahl und Aluminium touchieren Dax und Bankaktien

Er hat es wirklich getan: Am Freitag wurde bekannt, dass die USA künftig Strafzölle auf Stahl und Aluminium erheben. Auch wenn dieser Punkt nicht speziell auf die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Deutschland abzielt und daher andere Weltregionen, wie beispielsweise China stärker von dem neuen Strafzoll betroffen sind, brodeln die Spekulationen über neue und globale Handelskriege.

Es ist amtlich, auf die Einfuhr von Stahl erheben die USA künftig eine Zollgebühr von 25 Prozent und auf Aluminiumimporte einen Strafzoll von 10 Prozent. Experten hatten niedrigere Prognosen zur Höhe der Strafzölle angesetzt. Die Ankündigung zur künftigen Erhebung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium war zwar erwartet worden, die Märkte reagierten dennoch deutlich. Insbesondere die Sorge vor weltumspannenden Handelskriegen bereitet Anlegern, Analysten und Börsenexperten unruhige Aussichten. In einer Stellungnahme erklärte der US-Präsident, dass er sich eine Stärkung der heimischen Unternehmen im Stahl-und Aluminiumsektor durch die Einführung der neuen Zollzahlungen verspricht.

Europäische Stahlkonzerne verlieren nach Bekanntgabe einige Prozent

In Deutschland reagierte der Markt deutlich auf die Meldung zu den US-Strafzöllen. Die Aktien der großen Stahlkonzerne, wie etwa Thyssenkrupp, Aurubis oder Salzgitter verloren zwischen drei und vier Prozent, auch Titel von Autobauern wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der Dax tauchte in Folge wieder unter die 12.000 Punkte und erreicht damit den niedrigsten Zähler seit 08/2016. Selbst Aktien von Banken verloren in der Folge an Wert, die sich durch eine gewisse Zinsunsicherheit am Markt ausdrücken. Denn Strafzölle verteuern die Waren, treiben also die Preisspirale an und setzen damit neue Unsicherheiten zur Zinsentwicklung und zur Inflation frei.

In Deutschland hat möglicherweise auch die ausstehende Entscheidung zur Großen Koalition für Irritationen und ein zurückhaltendes Abwarte-Verhalten der Investoren gesorgt. Schon am Montag könnte der Markt wieder aufatmen. Es bleibt spannend an den Börsen.