Die Voraussetzung für das Daytrading

Unter Daytrading verstehen Börsianer den Handel von Wertpapieren oder anderen Basiswerten in Echtzeit. Voraussetzung für das Daytrading ist eine Handelssoftware, welche auf den Takt genau auf die Börsen abgestimmt ist, um sicherzustellen, dass der Trader jederzeit die aktuellen Kurse sieht. Im Gegensatz zum Handel mit CFDs oder im Forex erwirbt der Trader den jeweiligen Basiswert tatsächlich, heißt, sie liegen im Depot. Im CFD-Handel erwirbt er dagegen nur ein abstraktes Recht an dem gehandelten Gut.

Die 100prozentige Synchronisation mit den Echtzeitkursen setzt zunächst eine entsprechende Software voraus. Broker, welche Daytrading anbieten, stellen entsprechende Handelsplattformen zur Verfügung. Diese gibt es entweder als Software zum Download oder als browserbasierte Anwendung. Für mobile Endgeräte stehen meist nur Versionen für iOS und Android bereit. Smartphones mit dem Betriebssystem Windows führen bei den Brokern eher ein Schattendasein.

Der erste Einstieg in das Daytrading

Am Anfang des Daytradings steht die Auswahl eines geeigneten Brokers. Es gibt einige Punkte, deren Beachtung zum späteren Erfolg führt.

Echtzeitkurse

Nicht jeder Anbieter kommt infrage, da nicht alle Broker Echtzeitkurse anbieten. Bezüglich der Echtzeitkurse gibt es auch wieder etwas zu beachten. Einige Broker stellen diese generell kostenlos zur Verfügung. Bei anderen Brokern hängt die Zahl der kostenlosen Zugriffe von der Anzahl der monatlichen Trades ab. Die dritte Gruppe der Anbieter ermöglicht grundsätzlich nur einen kostenpflichtigen Abruf.

Handelsplattform

Als zweites Auswahlkriterium kommt die Handelsplattform zum Tragen. Zum einen gilt natürlich, ob sie auch mobil nutzbar ist. Zum anderen entscheidet das subjektive „look and feel“ für den jeweiligen Trader, ob er sich auf der Handelsumgebung wohlfühlt und diese auch intuitiv nutzen kann.

Demokonto

Ein Demokonto als Entscheidung für oder gegen einen Anbieter sollte ebenfalls in die Auswahl einfließen. Daytrading mit 100 Euro Einsatz ist wenig rentabel. Um nennenswerte Gewinne in kürzester Zeit zu verbuchen, ist es notwendig, größere Summen in die Hand zu nehmen. Die Kursveränderungen finden häufig auf der Nachkommastelle statt. Daytrading ist kein Hexenwerk, sondern ein Handwerk, welches Neulinge durchaus lernen können. Wer gleich mit Echtgeldpositionen einsteigt, verbucht möglicherweise herbe Verluste und verliert ganz schnell den Spaß an diesem schnellen Geschäft. Das Demokonto ermöglicht es dem Einsteiger, sich mit der Handelsumgebung vertraut zu machen und die Themen „kurzfristige Handelssignale“ und „Chartanalyse“ zu erlernen.

5 Tipps zum Demokonto

  • Das Demokonto stellt eine der wichtigsten Grundlagen beim Daytrading dar. Trader sollten sich für einen Broker entscheiden, der das Demokonto nicht nur für wenige Tage anbietet, sondern unbegrenzten Zugang ermöglicht.
  • Auf dem Demokonto können Einsteiger munter darauf los handeln, sie haben ja nichts zu verlieren. Auf der anderen Seite besteht jedoch die Gefahr, dass sie sich durch zwei, drei erfolgreiche Trades sofort zu einem Einstieg in der realen Welt mitreißen lassen. Am Ende wird der Anfangserfolg auf dem Demokonto zu einer teuren Angelegenheit im Echtgeldbereich. Daher unser Tipp: Niemals mitreißen lassen. Geduld ist auch im schnellen Daytrading die Mutter des Erfolges.
  • Nicht alle Broker bieten Demokonten mit Echtzeitkursen an. Diese sind für diese Art des Handelns aber zwingend notwendig. Die Auswahl bei der Brokersuche sollte immer einen Anbieter berücksichtigen, der auch das Demokonto in Echtzeit führt.
  • Das Demokonto bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich in aller Ruhe mit der Handelsumgebung vertraut zu machen. Die meisten Plattformen ermöglichen es, dass sich die Trader die Oberfläche nach ihren Wünschen und Bedürfnissen einrichten können. Das Demokonto lässt es zu, sich auf eine „Rundreise“ über die Handelsplattform zu begeben und alle Tools durchzutesten.
  • Je länger die Testphase auf dem Demokonto dauert, um so sicherer werden Einsteiger im Umgang mit der Plattform und den Charts. Im echten Handel ist keine Zeit, um sich erst mit allem vertraut zu machen. Eine lange Testphase bildet die Grundlage für den späteren erfolgreichen Handel.

Die Ausbildung zum Daytrading

Es ist nicht so, dass der Einsteiger mit der Kontoeröffnung alleine gelassen wird. Gute Broker stellen Videotutorials, E-Books und Webinare zur Verfügung. Die Inhalte reichen von den ersten Schritten auf dem Börsenparkett bis hin zu Themen, die für professionelle Trader Relevanz darstellen.

Die Kosten beim Daytrading

Einsteiger werden bei der Brokerauswahl auch auf die Kosten achten. Die erste Position, die anfällt, oder auch nicht, sind die Depotgebühren. Die meisten Broker verzichten heute darauf, ihren Kunden Gelder für die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren in Rechnung zu stellen. Neben den Depotgebühren sind die weiteren Ausgaben natürlich die Courtagen für die Wertpapierorders selbst. Hier gibt es eine ganze Bandbreite von Abrechnungsmodalitäten:

  • Die prozentuale Courtage: Diese richtet sich prozentual nach dem Volumen der Order. Broker, welche diese Option wählen, setzen jedoch eine Mindestcourtage voraus. Die Kosten sind aber ebenfalls nach oben gedeckelt.
  • Die Mischkalkulation: Bei dieser Variante zahlt der Trader einen Grundpreis, der um eine ebenfalls wieder vom Ordervolumen abhängige prozentuale Courtage erhöht wird.
  • Die feste Courtage: Es ist nicht verwunderlich, dass sich dieses Vergütungsmodell bei immer mehr Tradern immer größerer Beliebtheit erfreut. Die Courtage ist fix und völlig losgelöst vom Ordervolumen. Diese Variante in Kombination mit einem kostenlosen Depot gilt als günstigste Form des Tradens.

Allerdings dürfen Einsteiger nicht vergessen, dass es bei der individuellen Brokerwahl nicht nur auf die Kosten ankommt. Die Zahl der Auslandsbörsen nimmt bei der Entscheidungsfindung ebenso ihren Platz ein, wie die Möglichkeiten des außerbörslichen Handels und der zur Verfügung stehenden Basiswerte.

Einen weiteren Kostenfaktor stellen die Echtzeitkurse dar. Es ist üblich, aber nicht generell der Fall, dass sich die Broker den Zugang dazu honorieren lassen. Dies kann entweder über eine schlichte Gebühr der Fall sein, aber auch indirekt über die Courtagen. Wer viel tradet, bekommt um so mehr freien Zugriff, zahlt aber auch entsprechend mehr Courtage als ein Trader, der nur einmal im Monat einen Deal platziert. Ein Blick auf die Gebührenmodelle der Broker, die Daytrading anbieten, macht deutlich, dass sie sich an die semiprofessionellen und professionellen Trader wenden.

Der Handel als solches

Das Konto ist eröffnet, das Demokonto freigeschaltet. Basiswerte stehen zur Genüge zur Verfügung, es gilt die erste Auswahl zu treffen. Wer sich noch nie mit vietnamesischen Aktien beschäftigte, sondern sich vorzugsweise im DAX aufhielt, ist gut beraten, mit heimischen Papieren den ersten Probelauf zu machen. Da Daytrading schnell ist, sind langfristige Strategien wie kaufen, schlafen und schauen, was passiert, nicht zielführend. Der Daytrader setzt auf kurze Momente, welche eine Kursveränderung bedingen.

Das Kapital

Daytrading ist, mit Verlaub, nichts für den kleinen Geldbeutel. Als Untergrenze für die Kapitalausstattung gelten gemeinhin 25.000 Euro. 50.000 Euro sind gut, 100.000 Euro sind besser. Wer auf der ersten Nachkommastelle einen Gewinn realisieren möchte, wird sich mit 500 Euro Einsatz kaum freuen können, da er durch die Courtage mehr ausgibt, als er einnimmt.

Das Risikomanagement darf in diesem Zusammenhang auch nicht außen vor bleiben. Sinnvollerweise beträgt der Einsatz für einen Trade 25 Prozent des zur Verfügung stehenden Kapitals. Damit bleibt ein Risikopuffer für den Fall, dass es zu einem Verlust kommt. Wer beim Daytrading Geld verdienen möchte, muss Geld in die Hand nehmen. Dies sollte aber immer kontrolliert geschehen, auch wenn die Erfolgsaussichten „praktisch 100 Prozent“ sind. Für jeden Trade wird eine Grenze in Bezug auf die Höhe des eingesetzten Kapitals festgelegt und nicht überschritten. Eine Garantie gibt es an der Börse nie, dafür überwiegen die psychologischen Faktoren die logischen.

Die Grenze gilt für den Stop-Loss ebenso wie für „take profit“. Übersetzt bedeutet dies, dass der Trader zu Beginn eine Untergrenze, den Stop-Loss, festlegt, bei der er auf jeden Fall aus dem Deal aussteigt, aber seine Verluste minimiert. Das Gleiche gilt für den Gewinn. Dieser wird realisiert, wenn ein vorher festgelegtes Kursziel erreicht wurde, unabhängig davon, wie groß die Chancen sind, dass der Kurs des Basiswertes in einer viertel Stunde explodiert. Börse ist Psychologie – der Kurs kann trotz aller positiver Vorzeichen auch völlig willkürlich implodieren.

Grundsätzlich gilt: Für das Daytrading wird nur das Kapital eingesetzt, dessen Verlust der Trader verschmerzen kann. Für diejenigen, welche dennoch zunächst mit kleineren Beträgen einsteigen möchten, bieten sich Derivate wie Futures oder Optionen an. Hier gilt allerdings, dass vor dem ersten echten Trade die Kenntnis der Funktionsweise eines solchen Derivates absolute Voraussetzung ist. Die vollmundigen Versprechen halbseidener CFD- und Forexbroker können Einsteiger getrost ignorieren. Seriöse Broker in diesem Segment weisen deutlich darauf hin, dass das Risiko des Totalverlustes droht, und stellen auch keine Kurse selbst gegen ihre Kunden.

Newstrading – die einfachste Strategie

Newstrading besagt nichts anderes, als ständig auf dem Laufenden zu sein, Nachrichten zu absorbieren und darauf zu achten, welche News sich im Handel zu Geld machen lässt. Dazu zählt beispielsweise die ad hoc Meldung, dass sich Rohöl signifikant verteuern wird. Für Ölaktien dürfte dies zu einem Kursanstieg führen, für Fluggesellschaften zu einem Kursverlust. Beide Kursausschläge nivellieren sich aber in relativ kurzer Zeit wieder. Spätestens, wenn bekannt wird, dass die Preiserhöhungen bei Rohöl doch nicht so gewaltig ausfallen werden, wie bei der ersten Bekanntgabe der Meldung befürchtet. Der Daytrader nutzt bei einer solchen Meldung die Kursspitze, welche sich für einen Moment herauskristallisiert, um aktiv zu werden.

Sinnvoller, als permanent Zeit damit zu verbringen, vor dem Fernseher zu sitzen, sind allerdings Börsen-Apps. Diese lassen sich so einstellen, dass sie nur die News im Reader anzeigen, die für das eigene Handelsverhalten notwendig sind.

The trend is your friend

Eine weitere einfache Form der Daytrading Strategien ist die Trendfolge-Strategie. Dabei muss sich der Trader allerdings in Geduld üben, bis ein Trend erkennbar ist. Entwickelt sich der Kurs einer Aktie über die Dauer von einer Stunde zaghaft nach oben, könnte man von einem Trend sprechen. Wie sich der Kurs wahrscheinlich weiterentwickeln wird, lässt sich aus den Charts interpretieren. Gibt es eine Unterstützungslinie, wäre es sinnvoll, dem Trend zu folgen und einzusteigen. Daytrading setzt allerdings bei Einsteigern in erster Linie zwei Dinge voraus: Disziplin und Emotionslosigkeit beim Handeln.

Fazit zum Daytrading

Zusammengefasst kommt es beim Einstieg auf die folgenden Punkte an, um erfolgreich zu handeln:

  • Wahl eines Brokers mit Demokonto
  • Ausreichend Lehrmaterial für den Einstieg und die Weiterbildung
  • Kostengünstiger Zugang zu Echtzeitkursen
  • Niedrige Orderkosten
  • Disziplin
  • Ausreichend Vorbereitungszeit vor dem ersten echten Trade
  • Nur verschmerzbares Kapital einsetzen
  • Erst die Strategie wählen, dann in den Handel einsteigen
  • Stop-Loss und take profit sind unumstößliche Grenzen

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