Mit ordentlich Musik an die Börse: Spotify wagt den Börsengang

Mit ordentlich Musik an die Börse: Spotify wagt den Börsengang

Es ist so weit, der größte Musikstreaming-Anbieter der Welt Spotify geht an die Börse. Ab dem 03. April kann man die Aktien des Unternehmens kaufen. Rund um den Börsengang wird einiges anders laufen, als man es von konventionelleren Gesellschaften her gewohnt ist.

Spotify notiert an der New Yorker Börse, was für einen Konzern aus Europa schon an sich speziell ist. Zusätzlich wird man auf die sogenannte IPO verzichten, bei der die Preisspanne der Unternehmensaktien durch Rückmeldungen und fachspezifische Kenntnisse von Emissionsbanken ermittelt wird. Stattdessen wird ein sogenanntes Direct Listing ausgeführt, daher ist keine große Marktsondierung im Vorfeld notwendig. Der ganze Prozess des Börsengangs läuft schneller ab, als bei der Erstemission per IPO, dem Initial Public Offering. Beim Direct Listing wird der Preis unmittelbar durch Angebot und Nachfrage am Markt bestimmt, Aktionäre von Spotify können ihre Papiere direkt an der Börse handeln. Über diesen Weg können auch Kosten eingespart werden, die sonst in Form von einigen Prozent des Emissionswerts von den Emissionsbanken berechnet werden würden. Die prognostizierte Preisspanne für Spotify Aktien liegt derzeit zwischen 145 und 155 US-Dollar. Es sollen keine weiteren Aktien ausgegeben werden.

Interesse und künftiger Aktienkurs schwer einzuschätzen

Auch wenn Spotify mit seinen 71 Millionen Abonnement-Kunden und weiteren 88 Millionen Nutzern ein echtes Schwergewicht ist, fehlt es bisher trotzdem an Profitabilität. Das Interesse an den Spotify-Aktien ist daher nur schwer einzuschätzen, gerade in den ersten Tagen kann der Kurs stark schwanken, also volatil ausfallen. Ein Großteil der Anleger wird wohl zunächst abwarten und die Kursentwicklung der Spotify-Aktie im Blick behalten. Auch, ob große Fondsgesellschaften sich auf die Aktie des Musikstreamingdienstes stürzen werden, kann man noch nicht absehen. Vielleicht sollte man bis zur Kaufentscheidung doch lieber erst einmal die neuesten Alben auf Spotify genießen?