ETFs auf Zwei-Jahres-Hoch

ETFs auf Zwei-Jahres-Hoch

Im Januar 2017 verzeichnete der ETF-Markt einen Mittelzufluss in Höhe von 10,8 Milliarden Euro und kratzte damit an der Höchstmarke von 10,9 Milliarden Euro im Januar 2015. Insgesamt verwalteten die ETFs damit ein Volumen von 525 Milliarden Euro. Selbst ein leicht negatives Marktumfeld mit einem Minus von 3,1 Prozent im Dezember konnte der Nachfrage keinen Abbruch tun.

ETFs auf Aktien zeigten sich mit einem Zuwachs von rund sieben Milliarden Euro dabei als die Gewinner. Im Fokus der Investoren standen dabei der US-amerikanische und der deutsche Markt. Insgesamt 2,5 Milliarden Euro an Anlegergeldern teilten sich diese beiden Segmente. Ebenfalls gefragt waren globale ETFs. Bei den Schwellenländern war eine zweigleisige Entwicklung festzustellen. Die Rückflüsse betrugen in der Summe 217 Millionen Euro, aber: Während marktbreite Indizes rückläufig waren, gab es bei den ETFs auf Einzelländer durchaus Mittelzuflüsse. Diese fielen so stark aus, dass es hier mit 238 Millionen Euro zu einem Ein-Jahres-Hoch kam. Die Gewinner waren Russland, die Türkei und Brasilien. Value ETFs konnten dank der Rotation bei den zyklischen Strategien ebenfalls mit 531 Millionen Euro zulegen. Aufgrund der nach wie vor extrem niedrigen Zinsen verbuchten Income-ETFs ebenfalls eine massive Nachfrage.

Anleihe-ETFs ebenfalls gefragt

Selbst bei Anleihen kam es mit drei Milliarden Euro zu einer Rekordnachfrage. Damit wurde ein Rekordhoch im 6-Monatsbereich erzielt. Im Blickpunkt der Anleger standen sowohl Anleihen aus Schwellenländern als auch ETFs auf Unternehmenspapiere. Als Gewinner gegenüber europäischen Staatsanleihen gingen die Schwellenländer mit einem Zuwachs von 1,2 Milliarden Euro aus dem Monat Januar 2017 hervor. ETFs auf Hochzinsanleihen kamen auf einen Zuwachs von 776 Millionen Euro. Die wieder leicht gestiegene Inflation in der Eurozone dürfte einer der Auslöser gewesen sein, dass die Nachfrage nach inflationsinidexierten Anleihe ETFs mit 323 Millionen Euro ebenfalls anstieg. Gleiches gilt für die Short-Strategy Anleihen-ETFs, die mit einem Zuwachs von 169 Millionen Euro auf möglicherweise steigende Zinsen in Europa setzen. Emittenten von Rohstoff-ETFs konnten sich im Januar ebenfalls freuen. Mit 670 Millionen Euro an frischem Geld kam es in diesem Marktsegment ebenfalls zu einem erneuten Sechsmonatshoch.

ETFs – kein Ende des Booms abzusehen

Es scheint, als stiegen ETFs zur beliebtesten Anlagekategorie auf. Die Zuwachszahlen aus dem Monat Januar 2017 zeigen, dass nicht nur Aktien gefragt sind, sondern Anleger ebenfalls auf festverzinsliche Wertpapiere setzen. Es bleibt möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis die klassischen, aktiv gemanagten Fonds, ihre Bedeutung gegenüber den Indexfonds verlieren. Zwei Punkte sprechen dafür:

  • Der jeweilige Index als Benchmark für den einzelnen Fonds wird nur in wenigen Fällen übertrumpft. Warum also nicht gleich in den Index investieren?
  • Ausgabeaufschläge und Verwaltungskosten mindern die Nettorendite. Hier haben die Indexfonds ebenfalls ganz klar die Nase vorne.

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